Endlich: Ein Artikel zur Expansionskonkurrenz im Weltraum

Ihr wisst ja, dass Musk und Bezos meine Hauptfeinde sind. Und das wohl zurecht. Jedenfalls wird das in den folgenden Artikel sehr gut aufgearbeitet: Lest mal den heise Artikel. https://www.heise.de/tp/features/Grenzenloses-Wachstum-im-All-Obsessionen-reicher-Maenner-6059615.html?seite=all

Es ist einfach schlimm, was diese Typen in ihrer Hybris anstellen dürfen!

Faradayscher Käfig für Fußgängerinnen und Fahrradfahrerinnen

Ich muss doch einsehen, dass das keine neue Geschäftsidee ist, die sich lohnen könnte. Da ich beim Stöbern, um das richtige Material dafür zu finden, auf seltsame Seiten gestoßen bin, verabschiede ich mich jetzt leider von dieser mit sehr gut erscheinenden Idee, mit der ich ein Startup gründen wollte. Die Prepper haben das alles schon durchgedacht. Hier gibt es ein Handbuch zum Überleben in der Krise:https://books.google.fr/books?id=gMIjDgAAQBAJ&pg=PT13&lpg=PT13&dq=wie+kann+man+einen+faradayschen+k%C3%A4fig+f%C3%BCr+fu%C3%9Fg%C3%A4nger+bauen&source=bl&ots=tmJvwV-2cx&sig=ACfU3U3ZqpsWF1A9Ah8AMiHm6ghiVF2YiA&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwicmpr9gPrwAhWHB2MBHUUcA6cQ6AEwEHoECBsQAw#v=onepage&q=wie%20kann%20man%20einen%20faradayschen%20k%C3%A4fig%20f%C3%BCr%20fu%C3%9Fg%C3%A4nger%20bauen&f=false

Ohje, ganz schön langer Link. Aber schräg interessant. Und hier auch ne Decke aus Raumfahrtfolie zum Abschirmen geeignet; https://www.weltraumladen.com/Decke-aus-Raumfahrt-Folie-Goldfarben…

Saar; Moselle

Es gibt einen Beitrag vom SR zum Leben als Grenzregionalbewohnerin; Wir im Saarland: Grenzenlos. Na ja, da könnte ich ja jetzt viel dazu sagen. Aber ich lasse es einfach sein. Den Beitrag finde ich trotz allem erstmal interessant. https://www.ardmediathek.de/video/wir-im-saarland-grenzenlos/nicht-weit-weg-und-doch-ganz-anders/sr-fernsehen/Y3JpZDovL3NyLW9ubGluZS5kZS9HTC1XSU1TXzEwMzI5OA/

Ich kucke es gerade erst selber. Vielleicht ist es auch schräg.

Jooooo, so ein Scheiß, die deutsch-französische Brigade als Beispiel für Grenzenlos….Na super. Ohh, nee. Völkerverständigung beim Einsatz in Mali. Herzlichen Glückwunsch! Die Friseurin, die interviewt wurde, ist aber sehr Zucker. Und Herbert Saar – verrückt – hab ich ewig nicht gesehen, und jetzt ploppt er plötzlich in der Doku auf. Witzig, weil sein ehemals bester Kumpel Joachim heute Geburtstag hat. Dem wollte ich gratulieren, war aber leider keiner dehemm.

Ich kann jedenfalls immer noch nicht gescheit französisch reden. Soviel zur Integration kurz hinter der Grenze. Ist nicht so einfach, weil man seinen Lebensmittelpunkt einfach beibehalten kann. Dann macht man halt immer so weiter und wenn man keine Freundin von Vereinen ist, hat man es versemmelt.

Die Glyzinie riecht sooo gut! Und die Meisenrettung ist gescheitert.

hat heute Jürgen gesagt, als er nach Hause kam. Sie blüht droff unn dewedder. Kein Wunder bei dem Schnitt 😉

Und mich hat eben gerade diese kleine Babymeise besucht. Vollkommen angstfrei. Ich hoffe, sie hat keine angstfreie Begegnung mit Pia, der Katze, die uns adoptiert hat.

Leider hab ich das Bild von vorne versemmelt

Na super, zehn Minuten später hatte Pia sie schon zwischen den Zähnen. Ich habe sie ihr abgejagt, aber das kleine Vögelchen konnte nicht mehr richtig fliegen. Scheint aber noch alles ganz zu sein. Vielleicht hat es nur einen Schock. Jetzt hockt es ganz still in einem Pappkarton in meiner Küche und morgen gehe ich zum Tierarzt. Wenn ich zur Vogelauffangstation muss, kapituliere ich. Das geht morgen nicht. Aber ich habe mich gefühlt wie die Kinder in der Schule, wenn sie ein verletztes Wesen entdeckten und dann schrecklich aufgeregt waren, bis wir zur Rettung schritten. Gottseidank sind meine Mitbewohnerinnen genau so drauf und…

Wenn Pia die Beute doch wenigstens fressen würde… Aber nee, sie spielt nur.

Leider, leider gescheitert.

Fluide Identittis ;)

Was für ein intelligentes und – ausgewiesenermaßen lustiges Buch wurde mir da ausgeliehen. Merci! Diese Mithu Sanyal denkt so tief differenziert, dass ich mich schrecklich unwissend fühle. Und sie schafft es, alle Glaubenssätze in allen Richtungen in Frage zu stellen. Doing gender und doing race, soziale Konstuktionen, die man immer wieder selbst bedient und herstellt und denen man sich nicht unterordnen muss – aber deren Spuren man im Leben nicht entgehen, von denen man sich aber vielleicht befreien kann. Super geschrieben. Das erste Buch, aus dem ich mir Wörter und Sätze notiere. Und nach dem Lesen bin ich jedesmal zunächst ziemlich verwirrt. Mein Ding war eigentlich die ganze Zeit, dass ich nicht verstehen konnte, warum sich Menschen Geschlechtsumwandlungen unterziehen – was ja eine Malträtur ist – und nicht einfach so sind, wie sie halt eben sind. Ein Mann ist doch auch nur ein Mensch, ebenso wie eine Frau. Ich wusste auch nie genau, was ich bin. Früher war ich von meinem Gefühl her eher ein Junge. Was muss man sein Geschlecht wechslen, wenn man eh ganz durcheinander ist. Was ändert das denn dann? Dann ist man nur in einem anderen Geschlecht durcheinander. Keine Ahnung. Also was solls. Aber ok. Ich hab es eingesehen, dass man das schon machen können soll. Von mir aus also. Ich würde mir auch gern mein Hirn umoperieren lassen…Geht aber nich. Und tatsächlich, warum soll man dann nicht seine race wechseln können….Naja, meiner Meinung nach wäre das genauso unnötig wie eine Geschlechtsumwandlung wenn man nicht so festgelegt wäre auf diese Kategorien wie race und gender, die man kaum noch in deutscher Sprache ausdrücken kann – ob das jetzt zwei oder zwanzig sind. Wobei ich nicht ermessen kann, wie sehr fremd man sich in einem Körper fühlen kann. Das kann wohl sehr wehtun. Die Frage ist aber, warum das so wehtut und ob man diese Schmerzen nicht stellvertretend dafür fühlt, nirgendwo dazuzugehören und sich wünscht, dieser Schmerz wäre beendet, wenn man zu der anderen oder überhaupt einer Kategorie gehört, die zählt. Wobei die Frage, was zählt individuell und gesellschaftlich bestimmt ist. Die Wertungen wechseln. Ebenso wie es eben bei einer Hirnoperation wäre, man wäre eine andere, nur der Schmerz wäre möglicherweise gar nicht weg. Grausame Vorstellung. So kennt man sich immerhin mit seinem Schmerz aus. Aber das ist nur ein Gedanke von mir.

Heute ist mir beim Lesen des Buches eingefallen, dass ich früher immer meine Nationalität ablegen wollte. Staatenlos wäre die einzige Alternative gewesen, hatte aber nur Nachteile und war vermessen, weil wirklich Staatenlose sowas von entrechtet sind. Eine Sauerei. Grund war damals hauptsächlich, die nationalsozialistische Schuld Deutschlands persönlich loszuwerden, vor allem, nachdem ich am Stockweiher beim Kirmesfeiern von einem französischen Mitmenschen böse geschubst wurde, weil ich Deutsche bin. Ich glaube, es war sogar der Bürgermeister. Zudem sagte er, wir sollten abhauen, hätten genug Schaden angerichtet und brauchten hier nicht auch noch zu feiern. Hab zurückgeschubst und dann hatten wir bösen Krach. Ich hab mich einfach impulsiv gewehrt, weil ich nicht dafür verantwortlich gemacht werden wollte und ich mich auch nicht verantwortlich fühlen wollte. Er war ein circa 40 Jahre älterer Mann, der wohl noch in den Kriegsjahren aufgewachsen ist und die Folgen nicht verwunden hatte, was ich damals nicht verstehen konnte. Jetzt verstehe ich, wie lange Traumata nachwirken. Im Nachhinein würde ich mich bei ihm entschuldigen. Danach aber war klar: Im Urlaub, wenn ich gefragt wurde, wo ich herkomme, sagte ich öfter, ich sei Holländerin – natürlich nur, wenn ich defintiv nicht in Holland war sondern im Süden. Heute tu ich das nicht mehr. Es fragt aber auch keiner mehr….Cool wäre, man könnte eine übernationale Identität annehmen, sowas wie people of all colours oder eine ganz regionale wie people of ostertal, gell Theo ;-))). Gute Idee von dir. Für diese Option habe ich früher immer gestimmt. Das hat aber jeder als heimatversessen missverstanden. Und Heimat, das ist ja voll eklig, ging gar nicht bei den Linken. Ich finde das immer noch blöd. Und dieses Buch, das zeigt das auch. Alle suchen Heimat, setzen sich mit ihrer Herkunft auseinander oder wir können das von mir auch anders nennen als die Suche nach Heimat, die für mich nur die Bedeutung von Zugehörigkeit hat und auch örtlich gebunden sein kann. Aber das ist mein Ding. Und das geht auch über die Familie hinaus. Meine Eltern haben hier auch nur Migrationshintergrund.

Die Urgroßeltern meiner Mutter kamen aus der Schweiz. Ok, Europa. Aber damals gab es kein Europa. Eine Tante meines Vaters ist in die USA emigriert. Um 1900. Jedenfalls ging es mir aber bei dem Regionalismusding genau darum, dass dieser Nationalismus wieder aufgelöst wird. Hat nur keiner verstanden. Das war damals auch die Zeit, in der ich Eduardo Galeons Buch „Die offenen Adern Lateinamerikas“ gelesen habe. Meine erste eindringliche Auseinandersetzung mit den anhaltenden Folgen der Entdeckung und Unterwerfung des amerikanischen Kontinents durch europäische Nationen. Es gab in den Achzigern auch zahlreiche zu dieser Zeit noch „Dritte Welt Läden“ genannte Initiativen. Eine Auseinandersetzung mit Kolonialismus hat also eine lange Vorgeschichte, die aber aus der Zivilbevölkerung und den Kirchen kam. Und in den Kirchen wurde sie irgendwie janusköpfig aufgearbeitet. Einerseits Hilfe durch Geld und andererseits Hilfe durch Unterwerfung. Tja, danke Mithu Sanyal für deine Anregungen.

Jedenfalls fand im Literaturhaus Berlin folgendes Gespräch mit Mithu Sanyal über ihr Buch statt: https://www.youtube.com/watch?v=cFz03dsu0Qg

Hier spricht sie im Deutschlandfunk über ihr neues Buch: https://www.deutschlandfunk.de/mithu-sanyals-debuetroman-identitti-von-kultureller.807.de.html?dram:article_id=492557

Und was ich noch sehr spannend fand, war diese Rede von ihr über Feminismus. Titel ist: Liebe deinen Feminismus wie dich selbst. Ihre Ideen sind sehr erfrischend und weisen in allen möglichen Facetten über begrenzendes und ausschließendes Denken hinaus, ebenso, wie sie es in ihrem Buch Identitti ausführlich und in bereichernd – humorvoller Weise tut.

https://www.zeit.de/gesundheit/zeit-doctor/2021-05/mithu-sanyal-sexualitaet-gender-identitaet-sexuelle-gewalt-sexpodcast

#Mithu

Argentien, die Welt und Fernando Solanas

Fernando Solanas hat meine Lieblingsfilme „El Viaje, Tango, l´exilio del Gardel und Sur geschaffen. Aber nicht nur diese. Er hat sich darüber hinaus auch politisch engagiert. Ich finde sein Werk bewundernswert. Leider ist er, wie ich heute erfahren habe, letztes Jahr in Argentinien an Covid gestorben. In El Viaje aus den Achtzigern ist er erschreckend aktuell und man könnte meinen, er habe den Klimawandel vorhergesehen. Allerdings denke ich, dass die Bildsprache einen anderen Sinn hat. In seinen Filmen hat er vor allem auch politische Botschaften vermittelt. Ich habe große Achtung vor seiner Phantasie, diese Botschaften in sehr beeindruckenden Bildern zu beschreiben. Die „Tangödie“ Tangos ist auch die Verarbeitung seines eigenen Exils in Paris, was ich bisher nicht wusste. Außerdem sind die Tangotänze in diesem Film so toll anders. Es sind Choreographien, die über den Paartanz absolut hinausgehen.

Immer wieder im Mittelpunkt steht auch die Fremdheit und die Liebe, die Solidarität und die Suche. Die Filme von Solanas habe ich in den Achtzigern gesehen, und eigentlich haben sie mir die Verbindung von Privatem und Politischem überhaupt erst vorstellbar gemacht. Unsere eigene Alltäglichkeit war dafür hier in Deutschland und in unserer relativen Sicherheit zu klein. Obwohl sie auch hier Auswirkungen auf unsere Leben hatte. Nur weit weniger gefährliche. Wir mussten uns nicht wirklich entscheiden. In Argentinien war nichts mehr nur Theorie. In zahlreichen Katastrophen wurde die Haltung jedes Einzelnen sehr herausgefordert.

Die Emotionalität in Solanas Filmen war für mich ganz klar ein Aufruf, mich zu engagieren und mein Denken zu überdenken – weil man nicht anders kann, als für das einzutreten, was man fühlt und denkt, egal wo. Und eben nicht nur denkt. Vielleicht könnte das die Welt doch ein bisschen verändern? We

https://www1.wdr.de/radio/wdr3/programm/sendungen/wdr3-kulturfeature/argentinien-filmemacher-politiker-fernando-solanas-100.html

https://taz.de/!790065/

Danke für diese, mich sehr berührenden Filme

Die neue Waschmaschine

Die tolle, leuchtende, neue Waschmaschine!

Meine Freunde brauchten eine neue Waschmaschine. Nun ist sie da. Und sie erfreut meine Freundin so sehr. Erstmal ist ihre Trommel so groß, dass sie jetzt nur noch einmal statt dreimal durch den Garten oder meine Wohnung laufen muss, um im Keller die Wäschetrommel zu füllen. Und zweitens wird sie von einer hell erleuchteten Waschtrommel begrüßt, wenn die Wäsche beendet ist. Das hat sie soo geflasht, dass sie mir seit Tagen entzückt von ihrer Waschmaschine und der Waschmaschinentragödie von Stanislaw Lem berichtet. Lem habe ich auch sehr gerne gelesen, diese Geschichte kannte ich aber noch nicht. Und sie ist so super wie eigentlich alle Geschichten von Lem. Ich überlege schon, ob ich einen Lem-Neustart mache. Außerdem erzählte mir meine Freundin von den beiden konkurrierenden Waschmaschinenfirmen, von denen dann die unterlegene Firma per Werbung folgenden Slogan preisgab: „Wollen Sie, dass ihre Waschmaschine intelligenter ist als sie?“ …Aber das muss ich noch genauer beäugen . Sehr passend für die heutige Zeit. Das hat sich Lem ausgedacht vor50 Jahren und im Kommunismus. Jedenfalls hat sich meine Freundin jetzt anscheinend in ihre Waschmaschine verguckt, weil diese sie immer so liebevoll anleuchtet, wenn sie die Wäsche rausnimmt. 😉

Hier folgt der Beginn der „Waschmaschinentragödie“ von Lem und der hört sich spannend an. Hoffentlich ist meine Freundin bald fertig mit Lesen:

Stanislav Lem: Die Waschmaschienentragödie
(Aus „Sterntagebücher“, 1961)

Kurz nachdem ich von der elften Sternreise zurückgekehrt war, entbrannte zwischen zwei großen Produzenten von Waschmaschinen, Nuddlegg und Snodgrass, ein Konkurrenzkampf, dem die Presse immer mehr Raum widmete. Nuddlegg hatte wohl als erster vollautomatische Waschmaschinen auf den Markt gebracht, die nicht nur selbständig zwischen Weiß- und Buntwäsche unterscheiden konnten, nicht nur wuschen, auswrangen, trockneten, bügelten, stopften und säumten, sondern den Besitzer auch durch kunstvolle Monogramme erfreuten. Auf die Handtücher stickten sie erbauliche Sinnsprüche, etwa in der Art: Glück und Segen früh und spat schenkt Dir Nuddleggs Automat! Snodgrass reagierte, indem er Waschmaschinen anbot, die sogar Vierzeiler verfaßten, wobei sie sich ganz dem kulturellen Niveau und den ästhetischen Bedürfnissen des Käufers anpassten. Das nächste Modell von Nuddlegg stickte bereits Sonette; Snodgrass beantwortete diese Herausforderung mit einem Gerät, das während der Fernsehpausen die Konversation im Schosse der Familie nährte. Nuddlegg versuchte zunächst, diesen Coup zu torpedieren. Sicherlich kennt noch ein jeder die ganzseitige Reklamebeilage in den Zeitungen, auf denen eine spöttisch grinsende, glotzäugige Waschmaschine abgebildet war, mit den Worten: Wünschst Du, dass Deine Waschmaschine intelligenter ist als Du? Gewiss nicht! Snodgrass ignorierte diesen Appell an die niederen Instinkte der Öffentlichkeit und überraschte die Fachwelt im darauffolgenden Quartal mit einer Neuentwicklung, die waschen, wringen, bürsten, spülen, bügeln, stopfen, stricken und sprechen konnte, nebenbei die Schularbeiten der Kinder erledigte, dem Familienoberhaupt ökonomische Horoskope erteilte und selbsttätig die Freudsche Traumanalyse anstellte, indem sie im Handumdrehen Komplexe durch Gerontophagie einschließlich des Patrizids liquidierte. Nun konnte sich Nuddlegg nicht länger zurückhalten. Er warf einen Superbarden auf den Markt – eine Waschmaschine, die reimte, rezitierte, mit herrlicher Altstimme Wiegenlieder sang, Säuglinge abhielt, Hühneraugen besprach und den Damen ausgesuchte Komplimente machte. Diesen Schachzug beantwortete Snodgrass mit einer dozierenden Waschmaschine unter der Losung: Deine Waschmaschine macht aus Dir einen Einstein! Wider Erwarten ging das Modell sehr schwach: Bis Ende des Quartals fiel der Umsatz um fünfunddreißig Prozent. Snodgrass entschloß sich deshalb – alarmiert durch die Meldung seiner Informationsabteilung, dass Nuddlegg eine tanzende Waschmaschine vorbereite – zu einem wahrhaft revolutionären Schritt. Er erwarb für die Summe von 350000 Dollar die entsprechenden Rechte und konstruierte eine Waschmaschine für Junggesellen, einen Roboter emit den Formen der bekannten Sexbombe Mayne Jansfield in Platinfarbe, danach eine zweite, schwarze, nach dem Ebenbild von Phirley Mac-Phaine. Sogleich erhöhten sich die Umsätze um siebenundachtzig Prozent.
Sein Widersacher richtete unverzüglich Appelle an den Kongreß, an die öffentliche Meinung, an die Liga der Töchter der Revolution und an den Bund der Jungfrauen und der Matronen. Als er jedoch hörte, daß Snodgrass unterdessen ungerührt den Markt mit Waschmaschinen beiderlei Geschlechts überschwemmte – eine immer attraktiver und anziehender als die andere -, schickte er sich drein und konterte, indem er das individuelle Bestellsystem einführte. Er verlieh seinen Wasch- Robotern die Gesichtszüge, den Leibesumfang und die Statur, die der Kunde wünschte – man brauchte lediglich ein Foto einzusenden. Während sich die beiden Potentaten der Waschmaschinenindustrie bekämpften – wobei ihnen jedes Mittel recht war -, begannen ihre Produkte unerwartete, ja sogar schädliche Tendenzen zu zeigen. Die Waschmaschinen-Ammen waren noch lange nicht das Schlimmste, übler waren schon die Waschmaschinen, für die die Jeunesse doree sich ruinierte, Modelle, die zur Sünde verleiteten, Jugendliche depravierten und Kindern ordinäre Ausdrücke beibrachten. …

Hier ein Link zur Kurzgeschichte: https://fdokument.com/document/die-waschmaschinentragoedie-588242afd9dc1.html

Ich hingegen habe in der Nähe von Berus bei einer Wanderung im Wald eine alte Waschstelle gesehen, in der die Frauen „ihre schmutzige Wäsche wuschen und dachte mir, wie sehr anders doch alles noch vor nicht einmal 100 Jahren war. Und ich fragte mich, was sich die Frauen da so alles erzählt hatten und welche schmutzige Wäsche da dann auch noch so gewaschen wurde.