Definitiv meine eigene Toleranzgrenze erreicht, echt jezz!

Eigentlich gibt es das ja gar nicht. Zuviel des Zufalls. Da könnte man mal wieder einen echten Bolley vermuten, aber ich wars diesmal nicht.

Ich, kleine, süße und jetzt auch graue (aber nicht mausgraue) Sozialarbeitermaus hab mich über meinen Arbeitgeber (ich sag jetzt nicht Arbeitgeberratte) geärgert und nach langem Zaudern, Zögern, Bitten und Betteln, was alles unerhört blieb, einem, Sozialarbeitermäusen bekannten Anwaltsprinzen zugewandt und ihn um Unterstützung gebeten, ganz rechtmäßig mit Absegnung meiner Rechtsschutzversicherung, nachdem mein Solibündnis GEW ebenso wie die Anwaltschaft des DBG so kläglich versagte, dass ich schließlich ausgetreten bin. Frohen Mutes schritt ich voran im Arbeitskampf, im eigenen, und wähnte mich mit ihm als Verstärkung gut aufgehoben, diesen erfolgreich auszufechten.

Nachdem der erste Termin vorm Arbeitsgericht kläglich versandete, da der gegnerische Anwalt es nicht für nötig fand auch nur einen einzigen Satz zur fünfzehnseitigen Begründung meines Begehrs zu verlieren und die Richterin ihm auftrug für den Folgetermin, der am vergangenen Freitag stattfand eine Stellungnahme zu verfassen, war ich sehr gespannt, wie sich die Lage fortentwickelt. Zwischenzeitlich verließ mein Anwalt die Kanzlei und der Hauptprinz oder besser der Sozialarbeitermäusekönig übernahm meinen Fall. Aber das konnte ja eigentlich nicht zu meinen Nachteil sein…

Am Freitag aber ereilte mich eine Lektion, auf die ich gern verzichtet hätte. Es gab bis drei Tage vor der Verhandlung kein Vorschlag meines Arbeitgebers. Dann informierte mich mein Anwalt über einen Vergleichsvorschlag. Innert Stunden sollte ich mich entscheiden, ihn anzunehmen, da man dann die Verhandlung absagen könne. Allerdings lag überhaupt kein Schriftstück vor, an dem ich mich ernsthaft hätte orientieren können. Dies fragte ich dann noch an. Allerdings gab es ein solches eben einfach nicht. Etwas genervt war mein Anwalt dann von meinem Ansinnen, auf der Verhandlung zu bestehen. Zwei Stunden vor der Verhandlung lag dann ein Anschreiben meines Arbeitgebers mit der Formulierung eines Vergleichs vor. Fünf Sätze lang. Wahrscheinlich sehr gut bezahlte fünf Sätze.

Mein Anwalt erschien 2 Minuten vor Verhandlungsbeginn und bot mir an, noch offene Fragen zu klären. Immerhin erklärte er dann noch, dass ich diese Verhandlung tatsächlich gwinnen könnte, da der Gegner überhaupt nicht vorbereitet sei. Aber bei solcherlei Präzedenzfällen sei es sehr unwahrscheinlich, dass dies bei der Revisionsverhandlung oder wie man das nennt, wenn es in die nächste Instanz geht, auch geschehen würde. So, dass ich nun besser diesen Vergleich annehmen solle. Ich habs dann auch so gemacht und die Vehandlung war dementsprechend kurz. Komisch unter anderem, dass die Richterin meinen Anwalt fragte, ob der Betrag brutto oder netto gemeint sei, was dieser mit brutto beantwortete. Das hätte ja eigentlich die Gegenseite beantworten müssen. Und mein kleiner Sozialarbeitermäusegeist war so lahm, dass ich keinen Einspruch erhob. Nun denn. Die Verhandlung war vorbei und ich fragte meinen Anwalt, da noch eine Frage mit meinem Arbeitgeber offen war, ob er denn ein weiteres Mandat übernehmen würde (obwohl ich schon überlegte, dem König abzuschwören).

Er antwortete mir. Aber ich sage euch, ich bin erstmal in eine Lachsalve ausgebrochen. Er lehnte ab und sagte mir, er wolle das auch begründen: nun, meinte er, leider ginge das nicht, denn er wechsele am 1.7. zu meinem Arbeitgeber (als Prokurist und Verantwortlicher für die Personalabteilung). Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Meine folgenden Phantasien wären eines Thrillers würdig (ein Thema: wie mutiert man von einer süßen Maus zu einer richtig großen und bösen Ratte).

Und jetzt heißt es, erstmal cool down, cool down, cool down, cool down, cool down, cool down, cool down, cool down, cool down, cool down, cool down, cool down…

Sehr süße und kleine Maus im Mäsuehimmel oder mutierend in eine echt schlagkräftie Ratte im nächsten Leben. So sieht es aus, man kann nie sicher sein, Leute.

Wähle, was dein Herz zum Singen bringt

Das ist ein sehr schöner Satz, gelle? Wenn es doch nur so einfach wäre, das so zu wählen. Tja, dann wäre die Welt wohl ein sehr viel entspannterer Ort als bisher. Stattdessen findet immerzu eine Hemmung statt, Grenzen durch alles Mögliche sind gesetzt. Man musse für seinen Lebensunterhalt sorgen und was auch immer und muss auch bedenken wie sehr schwer das für viele Menschen außerhalb unserer Sphäre ist. Trotzdem: wählen, was dein Herz zum Singen bringt, ist schon für sich alleine so eine schöne Aufforderung und ein echt cooles Ziel zumindest. Ich hab in Lyon so viele Fotografien gemacht von Graffitis. Eine davon ist: Suis ton reve, il connait le chemin (sorry für die fehlenden accentdingsbums…) Der ist immerzu auf meinem Bildschirm. Wahrscheinlich hat er mein Unterbewußtsein gekapert. Nun bin ich auf der Suche nach meinen Träumen – denen des Tages… ;.). Weiß der Kuckuck, wo sie mich hinführen. Aber ich hoffe echt, mal jedenfalls nicht in die Irre 😉

Eine kleine Bildergeschichte in fünf Etappen – mein Beitrag zum Osterfest

Von den Schleiereulen über die preußische Quadriga in Berlin bis zum Besuch bei Rimbaud hat sich doch irgendwie in den letzten fünf Monaten durch, in ganz verschiedenen Städten aufgenommene Bilder, heute Abend diese assoziative Geschichte als quasi geschlossener Kreis ergeben: Was Rimbaud sagte: Je me crois en enfer, donc j´y suis. Und Herr Desgent wird dazu zitiert:

Ich habe Männer aus Feuer oder Körper aus Eis
ich bin so viele Kriegswesen
zu viele wütende Seelen –

so ungefähr jedenfalls. Das ist, was ich daraus gemacht hab. Übersetzt es euch selbst.

Seht es euch auf dem Bild einen Beitrag weiter unten mal an. Im Dezember in Charleville aufgenommen, weil ich Patti Schmidt gern zufällig treffen wollte 😉 – und meine Freundin mich deshalb zum Geburtstag dorthin einlud, blieb ich an diesen Zitaten hängen. Und nun, wo sind wir jetzt?

Hier mein nicht ganz so ernst gemeinter Kommentar zur allgemeinen Europalage; Anlass der Bildergeschichte

Die apokalyptischen Pferde sind mittlerweile ohne Reiter unterwegs

Und doch:

Diese drei Schleiereulen setzen sich auch mit Grenzen, Freiheit und despotischen Regimen auseinander

Wir sind nicht also nicht alleine damit beschäftigt…Ich meine, wir hier als Tierart in diesen Breitengraden.

Gestern auf dem Potzberg bei Kusel begegnete ich einigen angeketteten Greif- und Raubvögeln, u.a. diesen Schleiereulen. Sie linsen wohl auf eine Lücke im Zaun und einen schönen, lange andauernden Freiflug. Und die würden das ganz ohne Notgepäck hinkriegen, ganz anders als ich. Mein Rucksack ist zwar fast ready, ich würde mich aber hienieden auch lieber etwas weniger langsam fortbewegen müssen.

Und weil alles so, so ernst ist, sollte man Habeck und seinen Kumpels vielleicht diesen Tipp geben:

Wenn er das wirklich verhindern wollen würde, dann dääd der jezz wohl anner Sache saan unn mache, odr?

Mir geht es daher zwischenzeitlich so wie den koreanischen Hühnern in diesem Laden

Ich fühle mich gegrillt und den Hyänen des (da könnt ihr einsezten, was immer ihr wollt…) zum Fraß vorgeworfen. Immerhin hats die Hühnchen angry gemacht. Denen schließe ich mich ma an.

Bei Rimbaud in Charleville

Ich wusste ja nicht, dass er das mit dem positiven Denken quasi umgekehrt rum drauf hatte. Dieser Stuhl steht vorm Rimbaud- Museum in Charleville Mézières. Ach, aber Leute, vielleicht sollte uns das heute auch mal wieder zu denken geben. Und vielleicht sogar am meisten, das, was Herr Desgent beigesteuert hat. Das passt perfekt zu unseren heutigen Aufregungen und Spaltungen zwischen den Menschen 🙈

Ottweiler Bier in Cassis

Das geht doch nicht mehr mit rechten Dingen zu. Ich wollte heute für die Haarwäsche von Frau Ziegler eine Fläschchen Kronenbourg kaufen. Aber weit gefehlt. Im Campingplatz- Lädchen gabs irgendwas mir unbekanntes, weshalb ich auf die günstigste Dose verwies. Und tss, das war Ottweiler Bier. Wie kommt nun das zustande? Ich dachte, diese Marke existiert nicht mehr….jedenfalls hat wohl ein ehemaliger Campingplatzbesucher die Connection hergestellt. Wahrscheinlich der junge, freakige und Porsche fahrende Nachfolgesohn vom ollen Herr Karlsberg.

Grenzerfahrungen im Saarland während der Coronapamdemie

Jetzt gibt es von der Union-Stiftung ein Buch dazu. Ich habe von der Stiftung noch nie was gehört und sie scheint auch ziemlich konservativ zu sein. Trotzdem haben viele Menschen an dem Buch mitgewirkt, die es vielleicht nicht sind.

Buch Grenzerfahrungen | Expériences transfrontalières erschienen

Vicor Hugo zum Thema Grenzen circa 1850

Mon expulsion de Jersey

Étranger ? Que signifie ce mot ? Quoi, sur ce rocher j’ai moins de droits que dans ce champ ? Quoi, j’ai passé ce fleuve, ce sentier, cette barrière, cette ligne bleue ou rouge visible seulement sur vos cartes, et les arbres, les fleuves, le soleil ne me connaissent plus ?

Quelle ineptie de prétendre que je suis moins homme sur un point de la terre que sur l’autre ! Vous me dites : « Nous sommes chez nous et vous n’êtes pas chez vous. » Où ? Ici ? Vous n’avez qu’à y creuser une fosse, et vous verrez que la terre m’y recevra aussi bien que vous. *

Die Übersetzung würde die Antifa von heute noch freuen:

Meine Ausweisung aus Jersey Ausländer? Was bedeutet dieses Wort? Was, auf diesem Felsen habe ich weniger Rechte als auf diesem Feld? Was, ich habe diesen Fluss, diesen Weg, diesen Zaun, diese blaue oder rote Linie, die nur auf euren Karten zu sehen ist, passiert, und die Bäume, die Flüsse, die Sonne kennen mich nicht mehr? Was für ein Unsinn, so zu tun, als ob ich auf dem einen Punkt der Erde weniger Mensch wäre als auf dem anderen! Sie sagen mir: „Wir sind zu Hause und Sie sind nicht zu Hause. Wo? Hier? Du brauchst nur eine Grube zu graben, und du wirst sehen, dass die Erde mich dort ebenso aufnehmen wird wie dich. *

Falsche Sicherheit Owei – was für ein Tag

Ich erzähle nur die eine Geschichte. Sie wirft das richtige Schlaglicht auf den Tag. Bin ja gottseidank anonym hier.

Ich musste heute mit einer Behörde telefonieren, die regelmäßig mein eh schon schwaches Urvertrauen unterminiert. Zunächst mal dachte ich mir, ich rufe direkt bei der auf dem Brief des Klienten angegebenen Durchwahl an, da ich dringend eine Auskunft brauchte. Wie es dann aber doch so geht, hing ich geschlagene sechs Minuten in einer Warteschleife und landete in der zentralen Telefonannahmestelle. Dort werden wohl erstmal alle Gespräche abgefangen, was ich ja definitiv vermeiden wollte. Meine Frage wurde insofern rudimentär beantwortet, als dass mir geraten wurde, doch bitte die 0681-5060 zu bemühen. Ich war fassungslos. Daher fragte ich meinen Gesprächspartner, wie mir denn helfen solle, mit der Zentrale des Regionalverbandes zu telefonieren. Das Gegenüber meinte, ich solle mich da bitte durchfragen. Meine Entgegnung, dass ja gar nicht klar ist, nach was genau ich denn fragen müsse , wurde damit beantwortet, dass keine andere Nummer hinterlegt sei. Weiterverbunden wurde ich auch nicht. Die vorhergehenden Einzelheiten erspare ich euch. Jedenfalls gab ich auf und verabschiedete mich mit einem sehr förmlichen ‚Auf Wiederhören‘. Der Bildschirm des Handys wurde schwarz und ich flüsterte, mich in falscher Sicherheit wiegend – ein leises ‚ Arschlöcher‘ hinterher, als mich ein lautes Schreien fast vom Stuhl fallen ließ. Aus dem schwarzen Handy tönte ein grelles „das habe ich gehöööööört!!!!!!! Das zeige ich an!!!!!!! Vor lauter Schreck drückte ich schnell auf die rote Taste. Dann aber war es mit der Verärgerung vorbei und na gut, ich gebe es zu, ich musste laut lachen.

Wahrscheinlich muss ich mich jetzt förmlich entschuldigen! Nur verdient bei solch unprofessionellem Benehmen, würde jetzt eine Calvinistin sagen. Gottseidank bin ich eher katholisch……